Text: Karolin Hägner
Fotos & Videos: Markus Weinberg
Im vergangenen Jahr erhielt unsere Schule das Angebot, an einem Schüleraustausch mit einer Schule in Brazzaville (Republik Kongo) teilzunehmen. Es dauerte nicht lang und der Entschluss war gefasst, sich in dieses Abenteuer zu stürzen.
Und so ging es am 13. April 2026 für uns zwei Lehrerinnen gemeinsam mit drei Schülern und einer Schülerin aus den Französischkursen der Klassen 8 und 10 auf nach Afrika.
Dort lebten unsere Schüler 10 Tage lang in Gastfamilien der Schule „Notre Dame du Rosaire“. Geprägt war der Aufenthalt insbesondere durch die ständigen Stromausfälle in der Stadt, wodurch auch Internet und Wasserversorgung nicht immer gegeben waren. In vielen Familien war es daher üblich, dass die Toilette mit Wasser aus dem Brunnen betrieben wurde, welches regelmäßig aufgefüllt werden musste. Auch das Duschen verlief häufig mittels Eimer und Schöpfkelle. So musste sich der eine oder andere schon einmal aus seiner Komfortzone begeben. Aber das haben alle hervorragend gemeistert.
Da im April und Mai Regenzeit im Kongo ist, war es zudem oft sehr heiß und drückend. Bei den Besuchen des Unterrichts lief uns der Schweiß in Strömen, da ohne Strom auch keine Ventilatoren betrieben werden konnten. Die Schülerschaft vor Ort schien dies nicht weiter zu stören. Sie trugen über ihrer Schuluniform sogar teilweise zusätzlich einen Pullover.



Die Straßen, bei denen es sich abseits der Hauptstraßen eher um Sandwege handelte, waren je nach Wetterlage in dicke Staubwolken getaucht oder bildeten oft über Nacht regelrechte Ozeane. Überall fuhren die grünen, oft etwas klapprigen Taxis oder Kleinbusse, die per Hupe signalisierten, dass sie frei waren. An jeder Ecke gab es Verkaufsstände für Essen, wie Beignets, Hühnchen vom Grill, frittierte Bananen, Süßkartoffeln, Maniok etc., kleine Geschäfte für den täglichen Bedarf und Schneidereien. Größere Supermärkte waren eine Rarität und extrem teuer. Obwohl die Behausungen in der Regel sehr einfach gehalten waren und nicht viel Komfort versprachen, waren die Menschen stets gut gekleidet. Vor allem die Frauen in ihren farbenfrohen Kleidern setzten lebhafte und bunte Akzente.
Für die kongolesischen Schüler und Schülerinnen war unser Besuch ein Highlight und so waren die Deutschklassen begeistert, wenn sie mit uns Deutschen Unterricht durchführen durften und ihre Deutschkenntnisse anwenden konnten.



Wenngleich die Französischkenntnisse unserer Schüler noch keinem sehr hohen Niveau entsprechen, fanden alle einen Weg, um miteinander zu kommunizieren. Es erklang ein fröhlicher Mix aus Deutsch, Französisch und Englisch – es wurde gewitzelt und gelacht und alle harmonierten wunderbar miteinander. Unser Bus, der uns durch die Stadt chauffierte glich teilweise einem kleinen Partybus.
Während unseres Aufenthalts nahmen wir häufig am Unterricht teil, waren bei einem Empfang des Bürgermeisters, trafen den deutschen Botschafter, besuchten mehrmals den Markt und das hiesige Flusspferd in einer gemütlichen Location am Fluss, fuhren mit dem Boot auf dem Kongo entlang zu einem kleinen Dorf an den Felsen, spielten Fußball und Basketball mit den kongolesischen Schülern und probierten uns durch die afrikanische Küche.



Mit Koffern, vollgestopft mit tollen Erlebnissen, Erfahrungen und bleibenden Erinnerungen, sowie ein paar Brocken mehr Französisch, traten wir am 23. April wieder den Heimweg an.
Im September dieses Jahres kommen unsere Austauschpartner dann zu uns nach Dresden und wir freuen uns schon sehr darauf, ihnen unsere Stadt zu zeigen.
Marlon

„Hallo, mein Name ist Marlon und ich bin einer der vier Jugendlichen, die vor einigen Wochen in die Republik Kongo fliegen durften.
Ganz kurz beschrieben, war Brazzaville eine der coolsten Sachen, die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht habe. Man lernt viel und sieht Seiten dieser Welt, die man sonst nur aus Dokumentationen oder Filmen kennt.
Die Erfahrung zu machen, in einer Gastfamilie zu leben und den klassischen Alltag eines kongolesischen Schülers selbst mitzuerleben und das im Kongo, war unglaublich! Ich bin froh und vor allem auch dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Und jeder, der auch so eine Chance bekommt, sollte diese meiner Meinung nach nutzen, denn so eine Chance bekommt man nicht oft im Leben.“
Elise
„Der Schüleraustausch nach Brazzaville im Kongo war für mich eine unvergessliche Erfahrung. Über die zehn Tage habe ich nicht nur ein bisschen vom Land in seiner Vielfalt kennengelernt, sondern auch die offene, herzliche Art der Menschen. Die bunten Stoffe, die lebendige und warme Atmosphäre und der Einblick in das Schulleben waren einfach faszinierend. Ich bin sehr dankbar für diese wunderbare Zeit, die ich mit meinen Mitschülern hatte und diese Erinnerungen werden mich immer begleiten.“

Fridtjof

„Unsere Reise in den Kongo war sehr interessant und spannend. Am besten fand ich den Besuch beim Botschafter, weil er sehr viel über die Wirtschaft und Politik des Kongos und Deutschlands wusste. Das Gespräch war sehr informativ und beeindruckend.
Am schlechtesten war der Verkehr im Kongo. Es gab überall tiefe Schlaglöcher, kleine Straßen und sehr viel Hupen. Das Fahren dort war oft chaotisch.
Am meisten überrascht haben mich die Wohnverhältnisse. Die Viertel waren nicht getrennt in reich und arm, sondern alles war gemischt. Neben guten Häusern standen oft kleine Hütten mit Wellblechdächern.
Trotzdem würde ich die Reise jederzeit nochmal machen, weil ich viele neue Eindrücke gesammelt habe.“
Kommentare vor der Reise
Eindrücke der Reise

































